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Tanz ist eine Einladung an alle und die Aufgabe eines Tanzpädagogen ist es, diese Einladung besonders reizvoll zu gestalten.
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Dr. Fred Eckhard

Die Ausbildung an der Erika Klütz Schule für Theatertanz und Tanzpädagogik

Die Kunst zu tanzen und Tanz zu lehren ist Inhalt der Ausbildung an der Erika Klütz Schule. Als staatlich anerkannte Berufsfachschule bieten wir eine dreijährige Ausbildung zur staatlich geprüften Gymnastiklehrerin / zum staatlich geprüften Gymnastiklehrer, Schwerpunkt Tanz und tänzerische Gymnastik.
Die Schule legt besonderen Wert auf den kreativen Umgang mit Tanz. Qualifizierte Dozentinnen und Dozenten vermitteln eine Vielfalt von Tanzformen und -stilen, vom Klassischen Tanz hin zu Modern Dance, Hip Hop und Folklore. Workshops mit internationalen Künstlerinnen und Künstlern sowie interdisziplinäre Projekte ergänzen dieses Angebot. Darüber hinaus wird ein lebhaftes und vernetztes Interesse an der pädagogischen Praxis gefördert. Neben Pädagogik und Psychologie werden Fachkenntnisse in Didaktik und Methodik sowie Anatomie, Tanzgeschichte und Musik vermittelt.

Dr. Fred Eckhard
Leiter der Erika Klütz Schule

Das Schulgebäude in der
Daimlerstraße in Hamburg-Bahrenfeld

Dr. Fred Eckhard
Leiter der Erika Klütz Schule

Dr. Fred Eckhard übernahm 1989 die Leitung der Erika Klütz Schule. Als Ethnologe hat er im Bereich ethnische Tänze geforscht und promoviert. Darüber hinaus war er lange Jahre als Bühnentänzer, Ballettdirektor und Leiter der »Opera Mobile« an der Hamburgischen Staatsoper tätig und organisierte die Zusammenarbeit internationaler Künstlerinnen und Künstler mit dem Ballettensemble. Später war er Theaterleiter bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen und Kulturpolitiker mit dem Schwerpunkt des internationalen Kulturaustauschs. Sein reicher Erfahrungsschatz, die Zusammenarbeit mit internationalen Choreographen wie Louis Falco, Merce Cunningham, Glen Tetley, Alvin Ailey und Alwin Nicolais sowie seine langjährige pädagogische Erfahrung, liefern immer wieder frische Impulse für die Ausbildung an der Erika Klütz Schule.

Die Geschichte der Schule

Vom Bühnentanz zur Tanzpädagogik

Die Schule für Theatertanz und Tanzpädagogik wurde 1946 von Erika Klütz als staatlich genehmigte private Berufsfachschule in Hamburg gegründet. Zunächst war die Schule Ausbildungsstätte für professionelle Tänzerinnen und Tänzer sowie für Bühnentanzpädagogik. Die Absolventinnen und Absolventen tanzten im Corps de Ballet, als Solistinnen und Solisten, wurden Trainingsleiter*innen, Ballettmeister*innen und Dozenten*innen an Tanzakademien oder waren als freischaffende Künstlerinnen und Künstler tätig.

Mit dem Ausbildungsgang zu staatlich geprüften Gymastiklehrerinnen und -lehrern, Schwerpunkt Tanz und tänzerische Gymnastik, öffnete sich die Schule einem breiteren Publikum. Schülerinnen und Schüler ohne professionelle Tanzerfahrung können die Ausbildung nutzen, um eine Grundlage für eine weiterführende Tanzkarriere zu legen oder um den Beruf Tanzpädagogik zu ergreifen.

Eindrücke unserer Aufführungsorte und Spielstätten

Die Räumlichkeiten in Hamburg-Bahrenfeld

Das Gebäude der Schule in der Daimlerstr. 71a in Hamburg-Bahrenfeld bietet, neben zwei großen Tanzstudios, zwei Theorieräume und einen großzügigen Aufenthaltsbereich. Ferner findet der Unterricht in den großzügigen und hellen Räumen der Tanzfabrik Hamburg / Tina Fröhlich sowie dem Kyodo, ebenso in Bahrenfeld, statt. Verschiedene Bühnen Hamburger Theater sowie alternative Orte für die Darbietung von Tanz bieten darüber hinaus Raum für Schulaufführungen und choreographische Präsentationen.

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Ich versuche immer, auf den ganzen Menschen einzugehen, seine Anlagen voll zu entfalten und ihm zu helfen, seine eigenen künstlerischen Erlebnisse zu formen.
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Erika Klütz

Erika Klütz, Gründerin der Schule für Theatertanz und Tanzpädagogik in Hamburg

Ballettmeisterin, Tänzerin und Tanzpädagogin

1934 – 1936

Tänzerin der Mary Wigman Tanzgruppe, Gastspielreisen in Europa

1939—1945

Ballettmeisterin und erste Solotänzerin am Staatstheater Schwerin

1945—1946

Ballettmeisterin und Tanzpädagogin an der Hamburgischen Staatsoper

1946

Gründung der Schule für Theatertanz und Tanzpädagogik in Hamburg

Angefangen hat Erika Klütz als klassisch ausgebildete Tänzerin in Schwerin und Rostock. Sie spürte jedoch, dass „nur der moderne Tanz mit seiner, aus den natürlichen Bewegungsmöglichkeiten entwickelten Technik“ imstande sei, „das veränderte Lebens- und Zeitgefühl der zwanziger Jahre aufzugreifen und zu gestalten.“ So verließ sie ihre Stellung als Solotänzerin in Rostock und fing 1929 an zu studieren; zunächst in der Wigman Schule Berlin und dann in Dresden, wo sie auch ihre Abschlussprüfung ablegte. Gleich nach dem Abschluss engagierte Mary Wigman Erika Klütz als Assistentin. Sie unterrichtete die Anfängerklasse der Ausbildung und die Kinderklassen an der Wigman Schule.

Nach einem Engagement in der Mary Wigman Tanzgruppe, die auf ausgedehnten Gastspielreisen in ganz Europa zu sehen war, war Erika Klütz von 1936 bis 1939 als Lehrerin an den „Meisterstätten für Tanz“ in Berlin tätig. Während der Kriegsjahre von 1939 bis 1945 arbeitete sie als Ballettmeisterin und erste Solotänzerin am Staatstheater Schwerin und leitete die Abteilung Tanz am Mecklenburgischen Konservatorium.

Nach Kriegsende kam Erika Klütz in die Hansestadt und wurde Ballettmeisterin und Leiterin der Kinder- und Elevenausbildung an der Hamburgischen Staatsoper. Hier gestaltete sie mit Pioniergeist nicht nur die Wiederaufnahme des Ballettbetriebs, sondern auch den ersten Ballettabend nach dem Zweiten Weltkrieg. Eine der damaligen Kritiken lautete: „Hier wirkt eine Phantasie, die, im ursprünglich Tänzerischen verankert, unter lebendiger Einbeziehung des Raumes bis zur ausdrucksvollen Gestaltung des Allgemein-Menschlichen vorstößt.“ Nachdem der in Gefangenschaft geratene Ballettmeister Max Aust nach Hamburg zurückkehrte, entschloss sich Erika Klütz ihre eigene Schule für Theatertanz und Tanzpädagogik zu eröffnen.

Auf der Grundlage der Zusammenarbeit mit Mary Wigman entwickelte Erika Klütz im Laufe ihrer jahrzehntelangen Unterrichtspraxis ihren ganz eigenen Stil. Die Offenheit gegenüber alten und neuen Tanzformen, das Improvisieren und Arbeiten an eigenen Tanzschöpfungen, die Verbundenheit mit der professionellen Praxis an den Bühnen, die Bereitschaft interdisziplinäre Projekte in den Schulbetrieb einzugliedern, prägt die an der Klütz Schule gebotene Ausbildung und entspricht der Tradition, die von Erika Klütz vor 75 Jahren angefangen wurde.

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