Glossar

Georges Balanchine

Tänzer und Choreograf, geb. 22. Januar 1904 in St. Petersburg, gest. 30. April 1983 in New York. 1924 trat er in Paris in Diaghilews Ballets Russes ein und blieb dort bis zu Daghilews Tod 1929. 1933 ging er in die USA. Mit ihm begann die Neuzeit des amerikanischen Balletts. 1948 wurde er der Choreograf des New York City Ballet. Viele Choreografien entstanden durch seine Zusammenarbeit mit dem Komponisten Igor Strawinsky. Balanchine kann als der eigentliche Schöpfer des neoklassizistischen Balletts bezeichnet werden. Viele seiner Werke sind wichtige Bestandteile des Repertoires internationaler Ballettkompanien.

Merce Cunningham

Amerikanischer Tänzer, Choreograf und Lehrer, geb. 16. April 1919 in Centralia, Washington. Von 1939 bis 1945 Mitglied der Martha Graham Tanzgruppe. Nach 1940 arbeitete er als Choreograf mit John Cage und anderen Komponisten der amerikanischen Avantgarde-Musik, die seine tänzerischen Arbeiten wesentlich beeinflussten, zusammen. Er ist eine Leitfigur der tänzerischen Avantgarde in den USA. Seine Zusammenarbeit mit Komponisten wie John Cage und Pop Art Künstlern wie Robert Rauschenberg und Andy Warhol, zeichnet sich durch unabhängiges und gleichberechtigtes Arbeiten jenseits von traditionellen Hierarchien aus. Choreografien: u.a. „Summerspace“ 1958, „RainForest“ 1968; Veröffentlichungen: u.a. Summerspace Story, in: Dance Magazine, Juni 1966, S. 52f,; Changes. Notes on Choreography , 1969; Le Danseur et la danse, 1980.

Emile Jaques-Dalcroze

Musiker und Theoretiker, geb. 6. Juli 1865 in Wien, gest. 1. Juli 1950 in Genf. Entwickelte das System der sogenannten rhythmischen Bewegungslehre, als „Rhythmische Gymnastik“ bezeichnet. 1911 gründete er die „Bildungsanstalt für Musik und Rhythmus“ in Hellerau bei Dresden. Berühmte Schüler seiner Schule sind Mary Wigman und Marie Rambert. Später war Jaques-Dalcroze in einem eigenen Institut in Genf bis 1948 tätig. Sein System beeinflusste durch die musikalisch-rhythmische Methode besonders den modernen Ausdruckstanz. Sein System und seine Theorien legte er in zahlreichen Veröffentlichungen dar.

Rudolf Laban

Tänzer, Choreograf, Tanztheoretiker, geb.13. Dezember 1879 in Pressburg, gest. 28. Juni 1958 in Addlestone (England). Rudolf Laban kann als Pionier des modernen Tanzes bezeichnet werden. Während des ersten Weltkrieges war er in der Schweiz tätig und stellte seine tanztheoretischen Thesen auf. Seine Labanotation, eine Notation für Bewegung, fand weite Verbreitung. Nach jahrelanger Arbeit in Deutschland emigrierte Laban in den 30er Jahren nach England und setzte dort seine Arbeit fort. Seine Theorien fanden auf den verschiedensten Gebieten Anwendung, z.B. in Kunst, Schauspiel, Erziehung, Medizin, Industrie und an allgemeinen Schulen. Mitarbeiter, wie Mary Wigman, Kurt Jooss und Sigurd Leeder führten seine Arbeit auf eigene Weise weiter. Veröffentlichungen aus seiner Zeit in England sind u.a.: „Choreutik – Grundlagen der Raum-Harmonielehre des Tanzes“, deutschsprachige Erstausgabe 1991, Wilhelmshaven; „Der moderne Ausdruckstanz“, deutschsprachige Erstausgabe 1981, Wilhelmshaven. www.laban.org

Waganowa, Agrippina Jakowlewna

Russische Tänzerin, Lehrerin und Ballettdirektorin, geb. 24. Juni (6. Juli) 1879 in St. Petersburg, gest. 5. November 1951 in Leningrad. Ihre große Bedeutung lag in ihrer Tätigkeit als Ballettpädagogin. Zahlreiche berühmte Tänzer und Tänzerinnen zählten zu ihren Schülern. Ihr Unterrichtssystem wurde weltweit die meistverbreitete Grundlage für tänzerischer Erziehung. 1934 veröffentlichte sie ihr Buch „Die Grundlagen des klassischen Tanzes“.

Mary Wigman

Deutsche Tänzerin, Choreografin und Lehrerin, geb. 13. November 1886 in Hannover, gest. 18. September 1973 in Berlin. Von 1913-1919 war sie Schülerin und Assistentin von Rudolf Laban in München und Zürich. Ab 1919 war Mary Wigman als Solistin mit eigenen Tanzarbeiten und Tanzgastspielen im In- und Ausland tätig. Ihr „absoluter“ Tanz zeichnete sich durch rein bewegungsdynamischen Ausdruck ohne Pantomime aus. Ihre Schule in Dresden, gegründet 1920, wurde Mittelpunkt des deutschen Ausdruckstanzes. Zu ihren Schülern zählten u.a. Hanya Holm, Gret Palucca, Harald Kreutzberg, Yvonne Georgi und Max Terpis. Bis 1948 wirkte sie als Tänzerin, Choreografin und Tanzpädagogin in Dresden und Leipzig und ab 1949 in West-Berlin. Ihr Berliner Tanzstudio war ein Punkt der Begegnung der Freunde des modernen Tanzes aus der ganzen Welt. In ihrem Buch „Die Sprache des Tanzes“, 1963, beschreibt sie ihre Arbeit und die Entstehung berühmter Choreografien, wie z.B. „Die Frühlingsweihe“ (Le Sacre du printemps).